...der Saitenvirtuose Maier hat sich seinen früheren Mitstreiter, den Bassisten Alex Hilzensauer, geschnappt und sich in den Kopf gesetzt, die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.
Als Verstärkung holten sich die beiden alten Kumpels den Drummer Peter „Peda“ Bachmayer ins Studio, der keine Mühe hatte das anspruchsvolle Material schlagtechnisch umzusetzen.
Ein Knackpunkt dürfte sicherlich die Wahl des neuen Sängers gewesen sein, denn Stygma IV - Barde Ritchie Krenmaier ist ohne Zweifel unschlagbar im Power Metal Bereich. Umso überraschender, welch' tollen Frontman man nun präsentieren kann: Walter Stueffer klingt - natürlich - anders als Ritchie, kommt diesem aber oft verdammt nahe. Und das ist auch gut so, schließlich könnte das Album auch den Titel - man verzeihe mir das in Euphorie entstandene Wortspiel - „Stygma V“ tragen.
Der Opener „Evil Design“ wird von den Maier - typischen Stakkato - Klängen eingeleitet, bietet aber dann ein paar Melodic und auch U.S. Metal Anleihen oder lässt gar dezente Vergleiche mit Maiden zu und ist zudem ein echter Ohrwurm. Der Song ist als Einstieg optimal gewählt, da hier Sänger Walter sofort seine facettenreiche Visitenkarte abgeben kann: Der Gute besitzt eine Menge U.S. Metal Flair, singt extrem kraftvoll, meistert aber auch mühelos hohe Passagen.
...das nachfolgende „Undead“ klingt dagegen zu 100% nach Stygma IV. Ach, Mann - wie haben wir das vermisst! Eine fett riffende, höchst melodiöse Abrissbirne mit einem Chorus, der an den Geniestreich
„Point Of No Return“ von „Hell Within'“ erinnert.
Einen noch deutlicheren Verweis auf die einstige Truppe bietet „Dirty Demon“. Das schleppende Monstrum lässt an Psycho - Tracks wie „The Fool“ oder „The Void“ denken. Fast wie ein Medley aus alten Tagen kommt der beste Track des Albums, „Amok“, daher. Der vermeintlich simpel konstruierte Song - schleppende Strophe, stampfender Mitgröhl Chorus - wimmelt nur so von Zitaten aus der Vergangenheit. Ein Hammer samt Amboss!!
...Crimson Cult ist ein Debut gelungen, das endlich die Lücke füllt, die Stygma IV hinterlassen haben. An die großen Werke dieser einzigartigen Band kommen sie noch nicht heran, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Im Moment tut es einfach nur gut, wieder dieses geniale Gitarrenspiel von Günter Maier zu hören und diese tollen, markanten Kompositionen, die nahezu alle anderen Power Metal Bands in den Schatten stellen, zu genießen.
Kaufen! Hören! Glücklich sein! |